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Augen auf bei der Leistungsdiagnostik

Über Leistungsdiagnostik wurde extrem viel geschrieben, gibt es viel zu lesen und jeder soll sich seine eigene Meinung dazu bilden. Ich möchte euch auf dem Weg helfen, solltet ihr euch für eine Diagnostik entschieden haben, das richtige Institut, den richtigen Test und das optimale Ergebnis zu erreichen.

Das Wo?

Glückwunsch, du hast dich zu einer Leistungsdiagnostik entschieden. Jetzt bleibt die Frage, wo willst du das machen? Schön wäre es, in Deiner Nähe wäre. Aber gibt es qualifizierte Anbieter? Damit meine ich nicht den Physiotherapeuten, der zufällig ein Laufband hat und mal eben Laktat misst. Ich meine auch nicht den Personal Trainer, der sich eine Spiroergometrie Anlage gekauft hat und auf Knopfdruck Resultate liefert. Das alles sind (teilweise) ausgebildete Fachkräfte, die in den Meisten Fällen keine Ahnung haben was sie da machen. Wie immer sollte man hier vorsichtig sein und ich möchte auch betonen, dass es bestimmt auch in den genannten Bereichen Anbieter gibt, die sich weiter gebildet haben und vor Allem auf Erfahrung mit den verschiedenen Klienten zurückgreifen können. Aber was ich bislang gesehen habe, ist das leider selten der Fall. Andersherum gibt es auch bei den sogenannten Fachkräften eine Menge „Experten“, die leider sehr wenig Ahnung haben. Wie findet ihr nun aber den „Richtigen“?

Worauf achten

  • Titel sind nicht alles, aber bei einem Sportwissenschaftler könnt ihr davon ausgehen, dass er die Zusammenhänge bei einer Leistungsdiagnostik versteht und nicht nur einen Wochenendkurs absolviert hat.
  • Ruft auf jeden Fall an um einen Termin zu vereinbaren. Im persönlichen Gespräch könnt ihr euch ein besseres Bild von Gegenüber machen.
  • Was wird im Gespräch von euch abgefragt? Wichtig wären Fragen nach dem Ziel, dem bisherigen Training, Begleit fragen (Gesundheitliche Einschränkungen etc.), Erwartungen an die Leistungsdiagnostik, Aufklären über die verschiedenen Möglichkeiten (Nur Laktat oder auch was Anderes?)
  • Was wird euch über das Vorgehen erklärt?
  • Müsst ihr etwas in der Vorbereitung beachten (Hinweise zur Ernährung am Testtag, Training an den Tagen vor dem Test)
  • Wird euch ein Parameter als „Heilsbringer“ verkauft? Der Trend geht gerade dahin, dass der Fettstoffwechsel unglaublich propagiert wird. Aber wird das auch im Zusammenhang gesehen?

Schreibt euch ruhig eine Checkliste die ihr abfragen wollt!

Wann macht man eine Leistungsdiagnostik?

Darüber lässt sich hervorragend diskutieren. Es macht durchaus Sinn zu Beginn einer Saison einen Test zu machen, ich rate sogar dazu. Schon wegen einer vernünftigen Saisonplanung ist das wichtig. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass Velofahrer im Winter zumindest reduziert trainieren. Deswegen ist Test 1 zu Beginn der Strassensaison am ehesten sinnvoll. Ein Anschlusstest empfiehlt sich frühestens nach 3 Monaten. Oder anders mindestens 3 Monate vor dem Event, um noch adäquat reagieren zu können.

Welcher test?

Grundsätzlich werden hauptsächlich Laktattests und Spiroergometrien angeboten. Wobei man sagen kann, dass der Laktattest der kleine Bruder der Spiroergometrie ist. Falls ihr die Möglichkeit habt eine Spiroergometrie zu machen und sich der finanzielle Mehraufwand im Rahmen hält, dann tut es! Abgesehen davon, dass es etwas nicht alltägliches ist was ihr da macht, bekommt ihr deutlich mehr und genauere Daten, als euch ein Laktattest jemals liefern kann. Das geht über eine sehr detaillierte Darstellung des aerob/anaeroben Übergangs weit hinaus. Wie gut ist zum Beispiel die Ausschöpfung? Ein 10 km-Läufer hat nichts davon, wenn seine Schwelle bei 95% der VO2 liegt. Das alles kann euch ein Laktattest nicht oder nur sehr vage sagen.
Falls ihr euch für eine Spiro entscheidet, sollte das Testverfahren auf jeden Fall ein Rampenprotokoll sein. Dabei wird die Belastung kontinuierlich gesteigert. Beim Laktattest ist nur ein Stufenprotokoll möglich. Start und Steigerung der Last über die Zeit, wird dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Wiederum gilt: nicht die Maschine sollte den Test vorgeben.

Testvorbereitung

Für den Test ist keine spezielle Vorbereitung nötig. Vor dem Test solltet ihr 2 Stunden nüchtern sein. Getränke erlaubt, allerdings zucker frei. Das Training sollte 2 Tage vor dem Test nur reduziert stattfinden (Intensität und Dauer reduzieren), im Optimalfall ganz ausfallen. Wenn ihr regelmässige Tests plant, dann lohnt es sich durchaus auch in der Woche vor dem Test ein Ernährungsprotokoll zu führen um das Verfahren weitestgehend zu standardisieren.

Ich hoffe das hilft. Solltet ihr weiter Fragen haben, meldet euch!