tDCS – Transcranielle Gleichstromstimulation

Muskelarbeit entsteht im Gehirn. Für Manch einen hört sich das erst einmal seltsam an, bei genauerem Überlegen macht das aber Sinn. Das Gehirn ist die Schaltzentrale für fast alle Vorgänge in unserem Körper. Unter Anderem eben auch für Bewegungungen. Tatsächlich lässt sich vor bewusst ausgeführten Bewegungen eine erhöhte Aktivität im so genannten primären Motorcortex nachweisen.

Feuer frei – Wir bewegen uns

Wir haben also beschlossen auf zu stehen. Der Motorcortex fängt an zu arbeiten. Elektrische Impulse (Aktionspotentiale) entstehen und werden über Nervenbahnen weitergeleitet. Bis hin zum Rückenmark. Und schliesslich werden die Befehle über Motoneurone weitergeleitet und an den Muskel weitergegeben. Der Muskel arbeitet. Nun besteht ein Muskel aus vielen Muskelfasern. Von diesen vielen kontrahieren immer ein paar zur gleichen Zeit. Je mehr Muskelfasern gleichzeitig, desto weniger fein lässt sich die Bewegung steuern.

Motorische Endplatte

Motorische Endplatte mit innervierter Muskelfaser (https://www.medienservice-medizin.de/physiotherapie-ergotherapie-manuelle-therapie-osteopathie/praxisbuch-myofasziale-triggerpunkte.html)

Plastizität

Wenn die Entscheidung zur Bewegung getroffen wurde, gibt das Gehirn alles was es hat. Das bedeutet, dass alle Motorneurone zur gleichen Zeit senden. Ein ziemliches Chaos. Allerdings lässt sich diese Chaos ordnen. Ganz einfach durch Training. Durch schlichtes Wiederholen der Bewegungsabläufe findet eine Art Feintuning der Bewegungen statt. Anfangs sieht das Laufen bei Kindern noch unkoordiniert aus. Dagegen sieht es nach ein paar Jahren des Übens schon deutlich sicherer aus. Und nach ein paar weiteren Jahren hat sich ein flüssiges Gangbild ergeben.
Jedoch geht es beim Bewegungslernen aber selten um einzelne Muskeln. Vielmehr müssen, die Bewegungen mehrer Muskeln und Gelenke auf einander abgestimmt sein Wie oben schon angedeutet geht es auch nicht ausschliesslich darum Muskeln anzuspannen. Auch das Unterdrücken einer Muskelkontraktion gehört dazu. Wenn wir den Arm strecken wollen aktivieren wir den Triceps. Gleichzeitig aber auch die Aktivität des Biceps unterdrückt. Bewegungns lernen ist also ein komplexer Prozess. Und dieser Prozess, mit all seinen Facetten nennt sich: Plastizität. Neben dem Bewegungslernen gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten. Machen wir es etwas anschaulicher. Hier einige Beispiele.

Ausdauer

Eine Ausdauerleistung basiert auf eine hohen Wiederholungszahl über eine lange Dauer. Und jede Bewegung braucht Energie. Durch fein abgestimmte Bewegungen, wird Energie gespart. Schon kleine Veränderungen im Bewegungsablauf können über die Dauer

Kraft

Kraft basiert auf der Kontraktion möglichst vieler Muskelfasern. Und das zur gleichen Zeit. Die Plastizität hilft dabei. Sie lässt die Fasern zur gleichen Zeit kontrahieren. Darüberhinaus verhindert sie eine gegenseitige Störung. Das Gehirn lernt die richtigen Fasern einzusetzen. Hemmende werden unterdrückt.

tDCS – Brainzapping

Transcranielle Gleichstromregulation. Oder Transcranial Direct Current Stimulation. Einfach gesagt wird über Elektroden auf der Kopfhaut Gleichstrom abgegeben. Das darunter liegende Areal wird dadurch stimuliert. Die schwache Spannung versetzt den darunter liegenden Bereich in eine Hyperplastizität. Einfach gesagt: Eine erhöhte, motorische Lernfähigkeit. Ein Training in diesem Zustand ist also effektiver, da das „Feintuning“ deutlich schneller erfolgt.

Anwender

tDCS ist ursprünglich eine Therapieform in der Neurologie. Zum Beispiel findet tDCS in der Therapie von Schlaganfällen, bei Parkinson oder auch bei Depressionen statt. Neu ist der Einsatz im Sport. Einsatz findet es im klassischen Ausdauer und Kraftsport, sowie in Spielsportarten. Die Trainingsmethode ist einzigartig in der Schweiz:
Für einen Test können die Geräte gemietet werden, auch mit einer späteren Kaufoption.